Betriebskosten: Waermepumpe vs. Gas vs. Oel
Kategorie: Kosten & Wirtschaftlichkeit | Lesezeit: ca. 5 Minuten
Die entscheidende Frage: Was kostet das Heizen wirklich?
Beim Kauf einer neuen Heizungsanlage schauen viele Hausbesitzer zunaechst auf den Anschaffungspreis. Doch fuer die echte Wirtschaftlichkeitsrechnung ist es entscheidend, die gesamten Betriebskosten ueber die Lebensdauer der Anlage zu betrachten. Hier schneidet die Waermepumpe in der Langzeitperspektive meist deutlich besser ab als Gas- oder Oelheizungen.
Um einen fairen Vergleich zu ermoeglichen, betrachten wir ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnflaeche und einem jaehrlichen Heizbedarf von ca. 15.000 kWh (entspricht einem sanierten Gebaeude der Energieeffizienzklasse C). Zugrunde gelegt werden aktuelle Energietraegerpreise: Strom 0,32 Euro/kWh, Erdgas 0,12 Euro/kWh, Heizoel 0,10 Euro/Liter (ca. 1,00 Euro/kWh).
Jaehrliche Betriebskosten im Vergleich
Bei einer Gasheizung mit einem Jahreswirkungsgrad von 95 Prozent ergibt sich folgender Verbrauch: 15.000 kWh Bedarf / 0,95 = 15.789 kWh Gas. Bei 0,12 Euro/kWh resultieren daraus jaehrliche Kosten von 1.895 Euro. Hinzu kommen jaehrliche Wartungskosten von ca. 200-400 Euro sowie Kosten fuer den CO2-Preis, der bis 2030 auf 65 Euro je Tonne CO2 ansteigen wird.
Eine Oelheizung mit einem Jahreswirkungsgrad von 93 Prozent benoetigt 16.129 kWh Heizenergie, was ca. 1.613 Litern Heizoel entspricht. Bei 1,00 Euro/Liter ergibt das Brennstoffkosten von 1.613 Euro pro Jahr. Auch hier kommen Wartungskosten und der steigende CO2-Preis hinzu.
Rechenbeispiel Waermepumpe: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,8 und 15.000 kWh Heizbedarf benoetigt die Waermepumpe nur 3.947 kWh Strom. Bei 0,32 Euro/kWh ergeben sich Betriebskosten von 1.263 Euro – und das ohne CO2-Aufschlag, da Strom bereits in der Energiewende ist.
Der CO2-Preis als Gamechanger
Ein Faktor, der in vielen Vergleichen unterschaetzt wird, ist der steigende CO2-Preis auf fossile Energietraeger. Im Jahr 2021 startete dieser bei 25 Euro je Tonne CO2 und ist auf 65 Euro je Tonne CO2 bis 2026 gestiegen. Bis 2030 soll er auf 65 bis 100 Euro steigen – manche Prognosen gehen noch darueber hinaus.
Fuer unsere Beispielrechnung bedeutet das: Eine Gasheizung mit 15.789 kWh Jahresverbrauch emittiert ca. 3.000 kg CO2. Bei 65 Euro je Tonne CO2 entspricht das einem Aufschlag von 195 Euro pro Jahr – Tendenz stark steigend. Eine Waermepumpe, die mit Strom betrieben wird, zahlt keinen direkten CO2-Preis.
Gesamtbetrachtung ueber 20 Jahre
- Gasheizung: ca. 42.000 bis 55.000 Euro Betriebskosten inkl. steigender CO2-Preise
- Oelheizung: ca. 38.000 bis 52.000 Euro Betriebskosten – stark schwankend je nach Oelpreis
- Waermepumpe: ca. 28.000 bis 35.000 Euro Betriebskosten bei stabilem Strommix