Energiewende 2025: Was Deutschland erreicht hat – und was noch fehlt
Das Jahr 2025 markiert einen Meilenstein in der deutschen Energiegeschichte: Erstmals deckten erneuerbare Energien über 68 Prozent des deutschen Strombedarfs. Wind, Sonne, Wasser und Biomasse haben gemeinsam Kohle, Gas und Kernkraft als dominierende Stromerzeugungsquellen abgelöst. Doch trotz dieser beeindruckenden Zahl bleibt die Energiewende ein unvollendetes Projekt.
Was hat Deutschland 2025 erreicht?
Die Photovoltaik hat sich als zweitstärkste Stromquelle nach der Windkraft etabliert. Der jährliche Zubau neuer Solarleistung blieb auf hohem Niveau, auch wenn er sich gegenüber den Rekordjahren zuvor leicht verlangsamt hat. Im Wärmesektor stieg der Absatz von Wärmepumpen um 55 Prozent auf 299.000 installierte Anlagen.
Die Energiewende ist im Strom angekommen. Die eigentliche Herausforderung liegt nun im Wärme- und Verkehrssektor – dort ist Deutschland deutlich hinter den Klimazielen zurück.
Die strukturellen Hemmnisse
Trotz der Erfolgszahlen gibt es weiterhin strukturelle Hemmnisse: uneinheitliche Marktbedingungen zwischen den Bundesländern, langwierige Genehmigungsverfahren für Windparks und Netzausbau sowie Defizite bei der Systemintegration großer Mengen fluktuierender erneuerbarer Energie.
Der Netzausbau hinkt dem Erneuerbaren-Ausbau weiterhin hinterher. An sonnigen und windreichen Tagen entstehen regional Überkapazitäten, die zu negativen Börsenpreisen führen. Der Ausbau intelligenter Netze, Speicher und flexibler Verbraucher – darunter Wärmepumpen – ist dringlicher denn je.
Der Wärmesektor: das schwächste Glied
Während der Stromsektor vorankommt, bleibt die Dekarbonisierung des Wärmesektors das größte ungelöste Problem. Rund 80 Prozent der Wärme in deutschen Gebäuden wird noch immer durch fossile Energieträger erzeugt. Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet zwar neue Heizungsanlagen zu einem erneuerbaren Anteil von 65 Prozent, doch die Umsetzungsgeschwindigkeit im Bestand bleibt hinter den Zielen zurück.
Strommix Deutschland 2025
Erneuerbare gesamt: 68 %. Windkraft: ca. 35 %. Solar: ca. 12 %. Biomasse und Wasserkraft: ca. 21 %. Fossile und Sonstige: ca. 32 %.