Lohnt sich Photovoltaik noch? Eine ehrliche Analyse
In Deutschland herrscht eine paradoxe Situation: Einerseits ist die Einspeisevergütung für Solarstrom in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Andererseits ist Photovoltaik wirtschaftlich attraktiver denn je – weil Netzstrom teuer geblieben ist und die Anlagenkosten gefallen sind. Wer heute investiert, kauft günstiger ein und spart mehr als je zuvor.
Der eigentliche Wert: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung
Wer seinen selbst erzeugten Solarstrom im Haushalt verbraucht, spart den teuren Netzbezug. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt bei rund 39,7 Cent pro Kilowattstunde. Dem gegenüber steht eine Einspeisevergütung von aktuell etwa 7,95 bis 12,60 Cent pro Kilowattstunde. Die Rechnung ist eindeutig: Jede Kilowattstunde, die man selbst nutzt, ist bis zu fünfmal wertvoller als der Strom, den man ins Netz einspeist.
Solarstrom vom eigenen Dach kostet bei optimalen Bedingungen ab fünf Cent pro Kilowattstunde. Netzstrom kostet das Achtfache. Dieser Unterschied macht Photovoltaik auch ohne hohe Einspeisevergütung attraktiv.
Neue gesetzliche Regelungen
Eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes schafft die Einspeisevergütung in Zeiten negativer Börsenstrompreise ab. Das klingt nach einer schlechten Nachricht, ist aber der Anreiz, den eigenen Verbrauch zu intelligentisieren: Wer einen Speicher hat, lädt einfach, wenn der Strom nichts wert ist, und entlädt, wenn er wertvoll ist. Wer keine Smart-Meter-Steuerung hat, muss seine Einspeiseleistung auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzen.
Kosten einer Photovoltaikanlage
Eine schlüsselfertige Aufdachanlage für ein Einfamilienhaus (8–12 kWp) kostet je nach Anbieter und Region zwischen 12.000 und 22.000 Euro inklusive Installation und Wechselrichter. Die Kosten für Photovoltaikmodule sind in den letzten Jahren deutlich gesunken – Marktbeobachter empfehlen, die aktuelle Preisentwicklung im Auge zu behalten.
Aktuelle Einspeisevergütung
Anlagen bis 10 kWp (Teileinspeisung): 7,95 ct/kWh. Anlagen bis 10 kWp (Volleinspeisung): 12,60 ct/kWh. Anlagen 10–40 kWp: 6,90 ct/kWh. Vergütungssätze sinken alle 6 Monate um 1 Prozent.
Wirtschaftlichkeit im Überblick
Bei einer 10-kWp-Anlage mit einem Eigenverbrauchsanteil von 35 Prozent und einem Strombedarf von 4.500 kWh jährlich lässt sich eine Amortisationszeit von acht bis zwölf Jahren erreichen. Mit Batteriespeicher steigt der Eigenverbrauch auf 60 bis 70 Prozent. Die Lebensdauer moderner Module liegt bei 25 bis 30 Jahren, die meisten Hersteller garantieren 80 Prozent Leistung nach 25 Jahren.