Solaranlage + Batteriespeicher: So werden Sie vom Netz unabhängig

 

Wer eine Photovoltaikanlage ohne Speicher betreibt, nutzt typischerweise nur 25 bis 35 Prozent des selbst erzeugten Stroms direkt. Der Rest wird ins Netz eingespeist und mit mageren 7 bis 12 Cent vergütet – während man abends teuren Netzstrom kauft. Ein Batteriespeicher dreht dieses Ungleichgewicht um und bringt den Eigenverbrauchsanteil auf 60 bis 75 Prozent.

Wie funktioniert ein Heimspeicher?

Heimspeicher bestehen aus Lithium-Ionen-Akkuzellen, einem Batteriemanagementsystem und einem Wechselrichter. Überschüssiger Solarstrom wird tagsüber eingelagert und steht abends, nachts oder an trüben Tagen zur Verfügung. Moderne Systeme kommunizieren mit Smart Metern und der Photovoltaikanlage, um die Ladestrategie zu optimieren. Die Kapazitäten für Einfamilienhäuser liegen typischerweise zwischen fünf und 20 Kilowattstunden.

Kosten und Amortisation

Heimspeicher kosten derzeit zwischen 700 und 1.200 Euro pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität – also rund 6.000 bis 12.000 Euro für ein typisches System. Eine staatliche Förderung auf Bundesebene gibt es dafür nicht, jedoch vereinzelt auf Länderebene. Die Amortisation über eingesparte Stromkosten liegt je nach Systemgröße und Verbrauchsprofil bei acht bis fünfzehn Jahren.

Mit einem Speicher und einer Wärmepumpe kann ein Vier-Personen-Haushalt seinen Bezug vom öffentlichen Netz auf unter 20 Prozent seines Gesamtverbrauchs senken – echte Energieautarkie wird greifbar.

Virtuelle Kraftwerke und Netzdienstleistungen

Immer mehr Heimspeicherbetreiber schließen sich sogenannten virtuellen Kraftwerken an. Dabei stellen sie einen Teil ihrer Speicherkapazität für Netzdienstleistungen zur Verfügung und erhalten dafür finanzielle Vergütungen. Solche Netzwerke erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Speichers, ohne den Eigenverbrauch wesentlich zu beeinträchtigen – eine Win-Win-Situation für Haushalte und Stromnetz.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf eines Heimspeichers sollte man auf Garantiezeiten achten – mindestens zehn Jahre Funktionsgarantie und eine Kapazitätsgarantie von 70 bis 80 Prozent nach zehn Jahren sind der Standard. Außerdem sollte der Speicher eine SG-Ready-Schnittstelle besitzen, die netzdienliches Laden ermöglicht. Eine Notstrompfunktion ist kein Muss, aber praktisch bei Stromausfällen.