Waermepumpe und Photovoltaik: Das perfekte Duo
Kategorie: Energiesysteme & Kombination | Lesezeit: ca. 5 Minuten
Warum die Kombination so gut funktioniert
Waermepumpe und Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ergaenzen sich ideal: Die PV-Anlage produziert tagsuebers ueberschussigen Solarstrom, den die Waermepumpe besonders gut nutzen kann. Statt teuren Strom aus dem Netz zu beziehen, betreibt der Hausbesitzer seine Waermepumpe zeitweise kostenlos mit selbst erzeugter Sonnenenergie. Das Ergebnis: deutlich niedrigere Betriebskosten und eine fast energieautarke Versorgung.
Technisch wird diese Kombination durch ein sogenanntes Energiemanagementsystem (EMS) gesteuert. Das EMS ueberwacht kontinuierlich die Stromproduktion der PV-Anlage, den aktuellen Stromverbrauch im Haushalt sowie den Waermebedarf des Gebaeudes. Gibt es PV-Ueberschuss, wird die Waermepumpe bevorzugt betrieben und heizt Puffer- oder Warmwasserspeicher auf eine hoehere Temperatur auf – diesen Prozess nennt man Smart Grid Ready oder Waerme-Laden.
Smart Grid Ready: Die intelligente Steuerung
Moderne Waermepumpen sind mit einer sogenannten SG-Ready-Schnittstelle ausgestattet. Ueber diese Schnittstelle kann das Energiemanagementsystem der Waermepumpe mitteilen, dass gerade guenstiger oder kostenloser Strom verfuegbar ist. Die Waermepumpe reagiert darauf, indem sie einen erhoeht taktfrequenz-optimierten Betrieb aufnimmt und mehr Waermeenergie in den Speichern einlagert als normalerweise benoetigt wuerde.
Das Ergebnis ist ein intelligentes thermisches Speichern: Aehnlich wie eine Batterie Strom speichert, speichert der Pufferspeicher Waerme fuer spaetere Betriebszeiten. So kann die Waermepumpe auch dann waermen, wenn die Sonne nicht scheint – mit der zuvor kostenlos gespeicherten Waerme.
Wirtschaftlicher Hinweis: Eine typische Kombination aus 10 kWp PV-Anlage und Luft-Wasser-Waermepumpe reduziert den jaehrlichen Fremdbezug von Strom um 40 bis 60 Prozent. Die Amortisationszeit des Gesamtsystems verkuerzt sich dadurch erheblich.
Dimensionierung der Gesamtanlage
Fuer eine optimale Synergie sollten PV-Anlage und Waermepumpe aufeinander abgestimmt werden. Als Faustregel gilt: Pro kW Heizleistung der Waermepumpe sollten mindestens 1 bis 1,5 kWp PV-Leistung installiert werden. Zusaetzlich empfiehlt sich ein Stromspeicher von 5 bis 10 kWh, um auch in den fruehen Morgen- und Abendstunden PV-Strom fuer den Pumpenbetrieb nutzen zu koennen.
Bei der Planung eines Kombinationssystems muessen auch die Ausrichtung und Neigung der PV-Module, eventuelle Verschattungen sowie das Eigenverbrauchsprofil des Haushalts beruecksichtigt werden. Eine professionelle Anlagenplanung durch einen zertifizierten Energieberater ist daher unbedingt empfehlenswert.
Foerderung fuer das Gesamtsystem
- BEG-Foerderung fuer die Waermepumpe: bis zu 70 Prozent der foerderfaehigen Kosten
- KfW-Kredit 270 fuer die PV-Anlage: guenstige Finanzierung mit niedrigen Zinsen
- Einspeiseverguetung fuer nicht selbst verbrauchten Solarstrom gemaess EEG
- Sonderabschreibung fuer betrieblich genutzte PV-Anlagen moeglich